Warum sich eine Bewerbung zum Sommersemester lohnt

Warum sich eine Bewerbung zum Sommersemester lohnt

In jedem Semester kannst du dich für ein höheres Fachsemester in Human- oder Zahnmedizin bewerben und damit deine Chancen auf eine Zulassung in Deutschland optimal nutzen. Warum sich eine Bewerbung gerade auch zum Sommersemester lohnt, erfährst du hier.

Warum sollte man sich zum Sommersemester bewerben?

Auch zum Sommersemester gibt es gute Bewerbungsmöglichkeiten auf höhere Fachsemester, was jedoch viele nicht wissen. Die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen ist in der Regel sogar noch geringer, aber die Erfahrung zeigt, dass genauso zum Sommersemester Plätze frei werden, sowohl in vorklinischen als auch klinischen Semestern.

An wie vielen Unis kann man sich denn zum Sommersemester bewerben?

Welche Semester angeboten werden, siehst du hier. Die meisten Universitäten bieten zum Sommersemester insbesondere die geraden Semester an. Für Humanmedizin-Studierende gilt, wer eine Anrechnung über zum Beispiel 1 oder 3 Fachsemester hat, kann sich damit an fast allen Fakultäten bewerben. Doch auch wenn du 2 oder 4 Fachsemester anerkannt bekommen hast, lohnt sich die Bewerbung.

Denn für Bewerbungen auf das erste klinische Semester sieht es insgesamt besser aus, als vielen bekannt ist. Zusätzlich zu den 18 Universitäten, die das 5. Fachsemester anbieten, kann man sich bei fünf weiteren Universitäten auch mit einem Physikumsbescheid auf das 4. Fachsemester bewerben (die übrigen Unis erlauben dies leider nicht). So kommt man dann auf 23 Bewerbungsmöglichkeiten, was immerhin zwei Drittel der Fakultäten ausmacht.

Für Zahnmedizin-Studierende ist die Bewerbung an 13 Universitäten auf alle Semester möglich und zusätzlich bei 14 Universitäten auf alle geraden Fachsemester.

Habt Ihr noch allgemeine Tipps zum Ortswechsel?

Wer einen Ortswechsel anstrebt, sollte mit den Bewerbungen nicht bis zum klinischen Studienabschnitt warten, sondern es schon in den Semestern davor versuchen. In der Regel ist spätestens nach zwei Semestern an einer Uni im EU-Ausland eine Bewerbung in Deutschland zum höheren Fachsemester erstmalig möglich, für Teilstudienplatzinhaber und Teilstudienplatzinhaberinnen ist die Bewerbung bereits nach dem ersten Semester möglich. Bewirbst du dich mehrfach, hast du insgesamt logischerweise die größten Chancen auf einen Studienplatz in Deutschland. Wie wir gesehen haben, ist es dabei sinnvoll, sich bei der Bewerbung gedanklich nicht auf einen Platz in einem bestimmten Fachsemester zu versteifen und auch nicht auf bestimmte Universitäten zu beschränken. 

Hier siehst du noch einmal in Kürze die wichtigsten Informationen zur Bewerbung auf das Sommersemester 2020.

Ortsnähe – Erhöhte Chance auf einen Studienplatz in Deutschland?

Ortsnähe – Erhöhte Chance auf einen Studienplatz in Deutschland?

Bei einer Bewerbung für ein höheres Fachsemester in Medizin oder Zahnmedizin wird man öfter mit der Frage nach der Ortsnähe konfrontiert. Aber was ist das eigentlich? Und kann man dadurch die Chancen auf einen Studienplatz erhöhen? Ja, in manchen Fällen! Wie das möglich ist, erfahrt ihr hier.

Was ist eigentlich Ortsnähe? Ortsnähe ist die Nähe des Hauptwohnsitzes, an dem man gemeldet ist, zum zukünftigen Studienort. Nun mag man zunächst denken, dass ein Studium im Ausland es daher unmöglich macht, Ortsnähe in Anspruch zu nehmen. Aber: Auch wenn ihr im Ausland studiert, funktioniert es, weiterhin in Deutschland gemeldet zu sein. Sofern Ortsnähe ein Kriterium bei der Rangfolgebildung ist, sind der Universität Stadt- und Landkreise zugeordnet, die das Einzugsgebiet bilden. Bewerber/ Bewerberinnen aus diesem Einzugsgebiet werden denen gegenüber bevorzugt zugelassen, die nicht dort gemeldet sind. Welche Kreise einer Universität zugeordnet sind, erfährt man durch die Zulassungsverordnung des Bundeslandes oder durch die Webseite der Universität.
Jedoch ist Wohnsitz nicht gleich Wohnsitz, denn es kommt auch auf die Form der Meldung an. So unterscheidet man zwischen:

    1. Hauptwohnung mit Ehe-Partner/Ehe-Partnerin (oder eingetr. Partner/Partnerin) und/oder Kind/ern,
    1. Hauptwohnung mit den Eltern bzw. mindestens einem Elternteil,
  1. Hauptwohnung, alleine bewohnt oder mit anderen Personen.

Gilt die Ortsnähe denn überall gleichermaßen als Kriterium? Nein. Ob und in welcher Form die Ortsnähe eine Rolle spielt, hängt vom Bundesland und der jeweiligen Universität ab. Aber sofern die Ortsnähe von Bedeutung ist und man sie entsprechend geltend machen kann, wird man in eine günstigere Ranggruppe eingeordnet. In den meisten Fällen zählt nur die Wohnung mit (Ehe-)Partner/Ehe-Partnerin und/oder Kind/ern für die Ortsnähe. An ein paar Uni-Standorten ist darüber hinaus auch die Meldung gemeinsam mit den Eltern auf dieselbe Hauptwohnung vorteilhaft. Niedersachsen ist das einzige Bundesland, in dem als drittes Kriterium ebenso grundsätzlich die Meldung mit der Hauptwohnung in Niedersachsen die persönliche Rangposition begünstigt. Und in manchen Bundesländern, wie zum Beispiel Bayern, kommt die Ortsnähe zum höheren Fachsemester gar nicht zum Tragen. Sofern in einem Bundesland zwei oder alle drei der unterscheidbaren Meldekriterien gelten, so sind diese innerhalb des Zulassungsverfahrens in der oben aufgelisteten Reihenfolge einander über- bzw. untergeordnet. Jemand der im Einzugsgebiet einer Uni mit seinen Kindern gemeldet ist, wird also jemandem gegenüber bevorzugt, der im Einzugsgebiet der betreffenden Uni bei den Eltern gemeldet ist.

Wie kann man die Ortsnähe belegen? Durch Vorlage einer entsprechenden Meldebescheinigung, die der Bewerbung beigefügt wird. Diese kann man gegen eine kleine Gebühr beim für den Wohnort zuständigen Bürgeramt beantragen. Wichtig ist, darauf zu achten, dass eventuell mehrere Meldebescheinigungen erforderlich sind, um den entsprechenden Status geltend machen zu können (z.B. die des Bewerbers/ der Bewerberin sowie zusätzlich die zumindest eines Elternteils oder des Partners/der Partnerin und/oder des Kindes/der Kinder). Bei abweichender Namensgebung innerhalb der Familie können u.U. auch Dokumente wie Eheurkunde oder Geburtsurkunde der Kinder nötig sein. In jedem Fall müssen die eingereichten Unterlagen geeignet sein, das Vorhandensein des jeweiligen Kriteriums nachzuweisen.

Also, noch einmal zusammengefasst: Die Ortsnähe kann die Chance auf einen Studienplatz erhöhen, sofern Ortsnähe ein Kriterium ist, der Wohnort in einem der Universität zugeordneten Land- oder Stadtkreis liegt, die Meldung die erforderliche Form hat und dies per Meldebescheinigung(en) belegt werden kann.