Von Mainz nach Mecklenburg-Vorpommern: Neuerungen im Medizinstudium

Von Mainz nach Mecklenburg-Vorpommern: Neuerungen im Medizinstudium

Landarzt- Landärztinnenquote und Gesundheitspraktikum jetzt auch für Mainz

Vielerorts versucht man derzeit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes zu entsprechen, indem die Zulassungsvoraussetzungen zum Medizinstudium überdacht und den Forderungen des obersten Gerichts angepasst werden. So nun auch in Rheinland-Pfalz, wo die Neuregelung der Zulassungsvoraussetzungen für das Medizinstudium bereits beschlossen wurden und ab dem Sommersemester 2020 in Kraft treten sollen.

Neu ist zunächst vor allem die Landarztquote, über die 20% der Erstsemester zugelassen werden sollen. Auch in Rheinland-Pfalz versucht man so dem zunehmenden Ärztemangel auf dem Land zu begegnen.

Weitere 30% sollen nach wie vor ihren Studienplatz über die Abiturnote erhalten können.

Der größte Anteil an Studienplätzen, nämlich 60% sollen durch ein von der Hochschule festgelegtes Auswahlverfahren die Möglichkeit erhalten, einen der begehrten Medizinstudienplätze zu erhalten.

Die verbleibenden 10% der Studienplätze sollen je nach „Eignung“ vergeben werden, wobei zum Nachweis derselben Gesundheitskompetenz- und Versorgungspraktika eingeführt werden sollen. Dies wird jedoch frühestens zwei Jahre nach Inkrafttreten der Neuregelung passieren. Insbesondere die Gesundheits- und Versorgungspraktika sollen eine weitere Öffnung des Medizinstudiums für diejenigen ermöglichen, die nicht mit ihrem Abitur, jedoch mit Empathie, Motivation und Erfahrung überzeugen können.

Medizin studieren in Mecklenburg-Vorpommern

Während das Medizinstudium für viele Abiturientinnen und Abiturienten ohnehin verlockend ist, locken Mecklenburg-Vorpommerns Universitäten nun auch mit Stipendien.

Interessant sein, könnten diese für diejenigen, denen es leichtfällt längerfristig zu planen und sich schon jetzt festzulegen, was den Ort der Facharztausbildung betrifft.

Für den monatlichen Erhalt von zunächst 300€ muss die Stipendiatin/der Stipendiat sich verpflichten, ihre/seine Facharztausbildung für mindestens 5 Jahre in ländlichen Regionen – ambulant, im Krankenhaus oder im öffentlichen Gesundheitsdienst zu absolvieren.

Das Angebot der finanziellen Unterstützung der angehenden Medizinerin/des angehenden Mediziners kann auch auf das Praktische Jahr erweitert werden, wobei dann eine monatliche Unterstützung von 200€ möglich ist, sofern das Praktische Jahr in einer Allgemeinpraxis geleistet wird. Findet das PJ in Praxen außerhalb von Greifswald und Rostock statt, ist sogar eine finanzielle Unterstützung von bis zu 800€ möglich.

Die bereits vorhandene Immatrikulation an der Universität Greifswald bzw. Rostock wird jeweils vorausgesetzt, wodurch sich das Stipendium von der Landarztquote unterscheidet.

Letztere soll ab dem Wintersemester 2021 in Kraft treten, sodass dann jeder zehnte Medizinstudienplatz denjenigen vorbehalten sein soll, die sich verpflichten für 10 Jahre als Landärztinnen und Landärzte im Land tätig zu sein. Der Numerus Clausus soll hierbei zweitrangig sein.

Auch wenn es hinsichtlich der Bewerbungen zum höheren Fachsemester derzeit keine Meldungen gibt, nach denen auch hier die Zulassungskriterien verändert werden, informieren wir an dieser Stelle über die besagten Neuerungen da etwaige Studienstandorte in Deutschland vielleicht euer Interesse wecken, die ihr bisher gar nicht auf dem Schirm hattet. Und auch, wer evtl. einen Studienplatz zum höheren Fachsemester in Rostock oder Greifswald ergattert, möchte ggf. informiert sein über die Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten.

Neue Zulassungskriterien für medizinische Studiengänge ab 2020

Neue Zulassungskriterien für medizinische Studiengänge ab 2020

Ab dem Frühjahr 2020, das heißt, schon für das kommende Sommersemester sollen die neuen Zulassungskriterien für Bewerber und Bewerberinnen für das erste Fachsemester in medizinischen Studiengängen greifen. Die beschlossenen Veränderungen im Zulassungsverfahren resultieren aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts Ende 2017, welches das Zulassungsverfahren zur Humanmedizin teilweise für verfassungswidrig erklärt hatte und eine Änderung desselben bis Ende 2019 forderte. Während sich das Urteil explizit nur auf die Humanmedizin bezog, hat man beschlossen die Zulassungskriterien für alle medizinischen Studiengänge sowie für Pharmazie zu ändern.

Wie die Zulassung zum ersten Semester bisher geregelt ist

Bisher wurden 20% der Studienplätze in medizinischen Fächern nach der Abiturnote vergeben, was durch den enorm hohen Andrang in der Humanmedizin dazu führt, dass meist nur Bewerber mit einem Abitur im vorderen Einserbereich eine Chance auf einen Studienplatz haben. Weitere 20% der Plätze wurden nach der Wartezeit vergeben, wobei die Wartezeit zuletzt bei bis zu 15 Semestern lag. Schon jetzt war es so, dass ca. 60% der Plätze über individuelle Auswahlverfahren der Universitäten vergeben wurden, wobei hauptsächlich Mediziniertests wie der TMS (Test für medizinische Studiengänge) herangezogen wurden.

Was sich im Einzelnen ändern wird

Schon für alle, die sich zum Sommersemester 2020 bewerben wollen, gelten die neuen Zulassungskriterien, die darauf abzielen sollen, die persönliche Eignung der Bewerber und Bewerberinnen für medizinische Tätigkeiten stärker in den Vordergrund zu rücken. Nichtsdestotrotz werden nunmehr nicht nur 20, sondern sogar 30% der Plätze über die Abiturnote vergeben. Dahingegen wird die sog. Wartezeitquote abgeschafft, wobei noch verhandelt wird, ob es für die aktuell Wartenden eine Übergangslösung geben wird. Während einerseits argumentiert wird, dass Wartezeit alleine nicht für ein Medizinstudium qualifiziert, wohingegen die sinnvoll für eine medizinische Berufsausbildung genutzte Zeit auch im neuen Zulassungsverfahren Berücksichtigung finden würde, argumentiert man andererseits, dass das Vertrauen der Studienanwärter und -anwärterinnen erschüttert würde, insofern man als Wartender oder Wartende in einer Warteschlange davon ausgeht irgendwann dran zu kommen. Ist dies dann plötzlich nicht der Fall, kann wiederum mit Klagen gerechnet werden.

60% der medizinischen Studienplätze sollen zukünftig anhand von Kriterien vergeben werden, welche die Universitäten zum Teil selbst bestimmen können, wobei neben der Abiturnote mindestens zwei weitere Kriterien Berücksichtigung finden müssen, die schulnotenunabhängig, zugleich aber von hoher Gewichtung sind. Eines der beiden Kriterien wird für alle Universitäten vorgegeben werden, wobei es sich wahrscheinlich um einen spezifischen Medizinertest handeln wird. Unklar ist bislang noch, ob man den TMS oder eher den HAM-Nat heranziehen wird. Als weiteres Kriterium kämen dann z.B. noch Auswahlgespräche, aber auch berufliche Vorerfahrungen in Frage. Unterscheiden können sich die Zulassungskriterien der verschiedenen Universitäten, insofern diese bis zu 15% ihrer Plätze nach eigenen Kriterien vergeben können, was von der sog. Unterquote geregelt wird.

Da die neuen Zulassungsregelungen nach wie vor den enormen Bedarf an Nachwuchs-Medizinern und -Medizinerinnen bei weitem nicht decken wird, sind auch gewisse Stipendien und Quotenregelungen im Gespräch. Hier ist es insbesondere die Landarztquote, die denjenigen einen Zugang zum Studium ermöglichen soll, die sich schon vor Studienbeginn verpflichten nach ihrem Abschluss 5 bis 10 Jahre als Landarzt tätig zu sein. In diesem Fall soll die Abiturnote dann keine Rolle mehr spielen, sodass die Landarztquote besonders für Bewerber und Bewerberinnen interessant ist, die zwar nicht das beste Abitur mitbringen, jedoch nicht davor zurückschrecken, sich schon früh fachlich festzulegen und an eine Region zu binden.

Kritische Stimmen zur Neuregelung

Kritisiert wird vor allem die Ausweitung der Abiturbestenquote auf 30 anstelle vormals 20%. Während einige in der Abiturdurchschnittsnote meinen, die kognitiven sowie naturwissenschaftlichen Fähigkeiten ablesen zu können, kritisieren andere, dass allein der Numerus Clausus kein Indiz für die berufliche Eignung als Mediziner oder Medizinerin darstellt und stattdessen berufliche Vorerfahrungen stärker Berücksichtigung finden sollten.

Unter dem nachfolgenden Link erfahrt ihr mehr zu den neuen Zulassungskriterien, die ab 2020 für medizinische Studiengänge gelten.

https://www.zeit.de/campus/studienfuehrer/2019/medizinstudium-bewerbungsverfahren-veraenderung-nc-zeq-fairness

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Teil 3 – Medizin studieren im Ausland – Goodbye Deutschland oder die Frage wo die ‚Reise‘ hingehen soll

Wenn du unbedingt dein Medizinstudium aufnehmen und keine Zeit verstreichen lassen willst, dein NC aber nicht im Eins-Komma Bereich ist, dann besteht auch die Möglichkeit im Ausland dein Studium zu absolvieren oder zumindest dort zu beginnen. Wenn du schon jetzt weißt, dass du nicht das gesamte Medizinstudium im Ausland absolvieren willst, empfiehlt es sich unbedingt, dass du dich auf einen Studienplatz innerhalb der EU bewirbst. Denn nur, wer sich aus einem EU-Land kommend zum höheren Fachsemester auf einen Studienplatz in Deutschland bewirbt, gilt als sog. „Ortswechsler“ bzw. „Ortswechslerin“. Andernfalls gilt man als Quereinsteiger und hat an ca. 2/3 aller Universitäten keine Chancen auf einen Platz, insofern zunächst alle freien Studienplätze an die Ortswechsler gehen, bevor Quereinsteiger überhaupt berücksichtigt würden. Da es aber jedes Semester weitaus mehr Ortswechsler als freie Plätze gibt, finden Quereinsteiger in der Regel gar keine Berücksichtigung. Etwas anders verhält es sich an dem einen Drittel der Universitäten, das lost, nämliche den bayerischen Universitäten. Diese unterscheiden nicht zwischen Ortswechslern und Quereinsteigern, sodass sich diese beiden Bewerbertypen beide im selben Lostopf befinden und man als Quereinsteiger zumindest keinen Nachteil gegenüber den Ortswechslern hat. Mehr zu einem möglichen Studium in Österreich, erfährst du unter dem nachfolgenden link: https://www.bewerbungsrenner.de/medizin-studieren-in-oesterreich/

Natürlich kommen neben Österreich noch andere Länder in Frage, sehr beliebt ist z.B. das Medizinstudium an der Semelweis Universität in Budapest, wobei man sich vor einer eventuellen Bewerbung unbedingt über die teilweise sehr hohen Studiengebühren informieren sollte. Auch wichtig ist die Frage nach dem Verlauf des Studiums, da z.B. an einigen ungarischen Universitäten nur die ersten 4 vorklinischen Semester angeboten werden. Anschließend muss man sich, sofern man sich des Ungarischen noch nicht ermächtigen konnte, also um einen Wechsel bemühen. In Frage kommen dann also Bewerbungen zurück an eine deutsche Universität oder aber das Fortsetzen des Studiums in Ungarn oder einem anderen Land, welches auch die klinischen Semester in deutscher oder englischer Sprache anbietet.

Wie kann ich zum höheren Fachsemester nach Deutschland zurück wechseln?

Wenn ihr euch entschieden habt ohne Zeitverlust euer Medizinstudium im EU-Ausland aufzunehmen und ihr dann zum höheren Fachsemester zurück nach Deutschland wechseln wollt, könnt ihr die womöglich bis zu über 30 Bewerbungen auch von uns machen lassen. Wenn ihr noch unsicher seid, ob ihr unser Angebot wahrnehmen möchtet, könnt ihr euch auf unserer Webseite dazu belesen oder aber auch über unsere Webseite ein kostenloses Beratungsgespräch mit uns vereinbaren. Gerne rufen wir euch dann an und klären alle offenen Fragen. Aber auch per Email sind wir jederzeit erreichbar und melden uns so schnell wie möglich zurück. Unsere eigentliche Dienstleistung besteht dann, nachdem ihr uns beauftragt habt darin, eure Bewerbungen frist- und formgerecht zusammenzustellen und direkt an die Universitäten weiterzuleiten. Natürlich informieren wir euch, wenn dann zu einem späteren Zeitpunkt die Bescheide der Universitäten bei uns eintreffen. Das heißt, wir nehmen euch gerne den bürokratischen Aufwand ab und tragen Sorge dafür, dass die bestmöglichen Bewerbungsvoraussetzungen geschaffen sind, sodass ihr euch auf eure noch ausstehenden Prüfungen konzentrieren könnt. Eine Garantie für eine Studienplatzzusage können wir hingegen nicht geben, da wir keine Vermittlungsagentur sind, sondern lediglich die Bewerbungen an den deutschen Universitäten für euch übernehmen. Welche Unterlagen wir von euch benötigen, erfahrt ihr spätestens bei der Anmeldung. Vorab könnt ihr euch hierzu aber auch auf unserer Webseite unter der Rubrik „Fragen“ belesen oder uns ganz konkret zu einzelnen Dokumenten befragen. Zögert also nicht euch zu unserer Dienstleistung zu informieren und uns Löcher in den Bauch zu fragen. Wir haben nicht immer sofort die passende Antwort parat, sind aber sehr bemüht auf eure individuellen Studiensituationen einzugehen und euch bestmöglich zu beraten und zu bewerben.

Hier der Link zur Rubrik „Fragen“ auf unserer Webseite https://www.bewerbungsrenner.de/fragen/

Und hier der Link zur Vereinbarung eines kostenlosen Beratungstermins: https://2019b.bewerbungsrenner.de/termin/prereg-adhoc

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Teil 2 – Wer die Wahl hat, hat die Qual: Regel- oder Modellstudiengang?

Solltet ihr euch entschieden haben, in Deutschland Medizin studieren zu wollen und die NC Hürde ebenfalls gemeistert oder umgangen haben, stellt sich dennoch eine weitere wichtige Frage. Nämlich die, ob ihr in einem Regelstudiengang oder in einem Modellstudiengang studieren wollt. Es lohnt sich, diese Frage nicht leichtfertig zu beantworten, sondern sich etwas eingehender mit den Unterschieden bezüglich des Studienverlaufs zu beschäftigen.

Regelstudiengänge

Entscheidet ihr euch für ein sog. Regelstudium, bedeutet dies, dass ihr ganz der Tradition entsprechend zunächst 4 vorklinische Semester absolviert (2 Jahre Vorklinik), die ihr mit dem ersten Staatsexamen, dem sog. Physikum , abschließt. Das Physikum setzt sich aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil zusammen, der an zwei Tagen hintereinander absolviert wird. Dabei gibt es insgesamt 600 Prüfungsfragen aus allen vorklinischen Fächern in Form eines Multiple Choice Tests. Für die mündliche Prüfung sind hingegen „nur“ 3 Fächer prüfungsrelevant, nämlich Anatomie, Biochemie und Physiologie.

Nach dem erfolgreich absolvierten Physikum erwartet euch dann der acht semestrige (4 jährige) klinische Teil des Studiums. Insgesamt kommt ihr also auf 6 Studienjahre, was 1:1 der Dauer eines Medizinstudiums im Modellstudiengang entspricht. Die finale Abschlussnote setzt sich zu 1/3 aus der Physikumsnote und zu 2/3 aus der Note des 2. Staatsexamens zusammen.

Modellstudiengänge

Entscheidet ihr euch für eine Universität, die einen Modellstudiengang Medizin anbietet, bedeutet dies, dass es keine Trennung zwischen Vorklinik und Klinik und dementsprechend in den meisten Fällen kein Physikum im klassischen Sinn gibt. Stattdessen werden klinische und vorklinische (naturwissenschaftliche und praktische) Inhalte gleichermaßen von dem ersten Semester an integriert unterrichtet. So werden nach und nach Module zu verschiedenen Oberthemen angeboten, so z.B. zum Thema „Bewegung“. Der Fokus liegt dabei auf anschaulichen Patientenfällen, womit u.a. auch der für das Medizinstudium typischen „Bulimie-Lernerei“ entgegen gewirkt wird. Die physikumsrelevanten Prüfungen werden in Form von fünf Prüfungen in der ersten Studienphase getestet, wobei von Anfang an viel Wert auch auf den praktischen Anteil des Studiums gelegt wird. Physik, Chemie und Biochemie werden dementsprechend aufgesplittet. Anstatt die genannten Fächer wie gehabt als Einzelfächer zu unterrichten, werden diese den jeweiligen Organsystemen zugeordnet und bis zum Studienende geprüft. Es gibt jedoch auch Modellstudiengänge, in denen ganz regulär nach 4 Semestern das Physikum stattfindet. Eine Verallgemeinerung hinsichtlich der Frage, ob das Physikum absolviert werden muss oder nicht, ist deshalb nicht möglich. In den höheren Semestern werden die bereits angesprochenen Inhalte der verschiedenen Module dann wieder aufgegriffen und vertieft.

Für potentielle Ortswechsler und Ortswechslerinnen können die Unterschiede zwischen Regel- und Modellstudiengang dazu führen, dass der vom Landesprüfungsamt ausgestellte Anrechnungsbescheid nicht 1:1 übernommen wird, da es von Seiten der Universität Beanstandungen gibt, wenn z.B. die praktische Erfahrung fehlt, die den Modellstudiengang kennzeichnet.

An welchen Universitäten Regelstudiengänge und an welchen Modellstudiengänge angeboten werden, erfahrt ihr hier:

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Teil 1 – Zugangsmöglichkeiten zum Medizinstudium

Bevor ihr euch für ein Medizinstudium entscheidet, ist es sinnvoll einige Faktoren mit in eure Überlegungen einzubeziehen. Zum Beispiel stellt sich die ganz grundlegende Frage, ob der erreichte Abischnitt ausreicht, um über die Abiturbestenquote einen Studienplatz in Deutschland zu ergattern und wenn dem nicht so ist, welche Alternativen es gibt. An dieser Stelle haben wir ein paar wichtige Infos für euch zusammengestellt.

Medizin studieren in Deutschland und der vermalledeite NC

Entscheidet man sich für ein Medizinstudium in Deutschland, wirken die Zulassungsvorussetzungen wahrscheinlich erst einmal abschreckend. Wer keine Eins vorm Komma hat, kann schon mal über seine /ihre eigene Abiturnote verzweifeln. Denn natürlich ist die Konkurrenz groß und es gibt eben einige Bewerber und Bewerberinnen, die ein außerordentliches Abiturszeugnis vorweisen können.

NRW – Empathie statt Abi

Doch auch ein weniger gutes Abitur stellt nicht zwangsläufig einen ultimativen Hinderungsgrund dar – wer z.B. mit herausragenden sozialen Kompetenzen glänzen kann, sollte es unbedingt wagen sich in NRW zu bewerben. Hier hat man gerade die „Empathie-Tests“ eingeführt, für die man sich bis Ende April bereits bewerben konnte. Anstelle eines Eins-Nuller Abiturs zählt es hier, in einem Parcours aus ca. 10 Stationen zu überzeugen, in denen verschiedenen Situationen nachgestellt werden. Soziale Kompetenz wird hier also nicht theoretisch abgefragt, sondern praktisch getestet. So geht es in den verschiedenen, nachgestellten Situationen z.B. darum souverän mit drängelnden Patienten im überfüllten Wartezimmer umzugehen oder herauszufinden, ob der gelbgesichtige Patient mit Leberschaden ein Alkoholproblem hat ohne ihm dabei ‚auf die Füße zu treten‘. In einer anderen Situation kann es wiederum darum gehen, eine religiöse Person von einer wichtigen Untersuchung zu überzeugen, ohne dabei ihr Schamgefühl zu verletzen. Mehr über dieses neue Zulassungsverfahren erfahrt ihr hier: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/studienzugang-mit-empathie-durchs-medizinstudium

https://www.welt.de/regionales/nrw/article191840309/Jetzt-kommt-man-mit-Sozialkompetenz-zum-Medizinstudium.html

TMS

Wer seine Abiturleistung verbessern und sich auf das erste Hochschulsemester bewerben will, kann auch den sog. Test für medizinische Studiengänge absolvieren, dessen Notenergebnis dann bei einer Bewerbung von mehr als der Hälfte der Universitäten berücksichtigt wird. Diese Tests sind so konzipiert, dass kein explizites medizinisches Wissen abgefragt, sondern die grundsätzlichen, naturwissenschaftlichen Kompetenzen und generelle Fertigkeiten geprüft werden. Das heißt zugleich, dass man sich gut auf den TMS vorbereiten kann, insofern sich die für das Medizinstudium wichtigen Kompetenzen trainieren lassen. Dabei geht es um grundsätzliche Dinge wie Textverständnis unter Zeitdruck mit naturwissenschaftlichem Fokus, sodass sozusagen zwei Dinge zugleich geprüft werden. Auch solche Fähigkeiten, die mit Erfolg im Studium in Verbindung gebracht werden, werden geprüft, wenn man den TMS absolviert. Hierbei wird vor allem die Merk- und Konzentrationsfähigkeit, Sorgfältigkeit des Arbeitsverhaltens und das räumliche Vorstellungsvermögen getestet. Wenn ihr euch einen Überblick über die Aufgaben des TMS verschaffen wollt, könnt ihr folgende Webseite besuchen.

https://www.mediziner-test.de/tms/was-ist-der-tms-bzw-medizinertest

Wartezeit

Wer ohnehin zunächst mal etwas von der Welt sehen oder eine Ausbildung abschließen will, kann auch versuchen über die gesammelten Wartesemester einen Studienplatz für das Medizinstudium zu ergattern. Aktuell liegt die Wartezeit für einen Medizinstudienplatz bei 7,5 Jahren also 15 Semestern, weshalb es sich empfiehlt diese Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Dabei gilt, dass du zu Beginn deiner Wartezeit nicht weißt, wie lange du letztlich warten musst, da dies von dem NC abhängt, der sich bekanntermaßen ständig ändert. Ein möglicher Vorteil von Wartesemestern kann darin bestehen, dass die möglicherweise absolvierte Berufsausbildung ggf. sogar den Zugang zum Medizinstudium erleichtert (siehe nächster Punkt). Ein eventueller Nachteil besteht darin, dass nicht jeder es schafft, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Zudem ist es so, dass Zulassungen über Wartesemester langfristig abgeschafft und von anderen Zulassungsvoraussetzungen abgelöst werden sollen.

Berufsausbildung /Auswahlgespräche

Wie bereits angedeutet, kann es für eine Bewerbung auf einen Medizinsztudienplatz hilfreich sein, wenn du bereits eine medizinische Berufsausbildung abgeschlossen hast. So gibt es einige Universitäten, die Bewerbern und Bewerberinnen die Möglichkeit bieten zusätzlich in einem Auswahlgespräch zu überzeugen, wenn diese durch ihren bisherigen beruflichen Werdegang, sprich eine Ausbildung im medizinischen Umfeld, überzeugen können. In Betracht kommen z.B. Ausbildungen in den Bereichen Altenpflege, Gesundheitspflege, Geburtshilfe, Krankenpflege, Pharmazie, Physiotherapie, Rettungsdienst oder eine Ausbildung zum Arzthelfer/ Arzthelferin. Wer sich dafür entscheidet, seine Wartezeit sinnvoll zu nutzen und sozusagen in Vorbereitung auf das Medizinstudium eine Ausbildung zu machen, kann sich in der Regel auf eine Ausbildungsdauer von 3 Jahren einstellen. Wer sein Abitur gemacht hat, kann die Ausbildungsdauer ggf. auf 2 Jahre verkürzen. Aber wie wirkt sich eine abgeschlossene medizinische Ausbildung auf die Bewerbung für das Medizinstudium aus? Zunächst einmal: positiv. Denn neben den erlernten Soft Skills und dem über die Zeit angeeigneten Wissen, kann es sein, dass eure abgeschlossene Ausbildung euren NC so verbessert, dass die z.B. noch fehlenden 0,2 Punkte ausgeglichen werden können. Eine medizinische Ausbildung kann dein Abitur bis zu 0,5 aufwerten. Auch wenn also die Punktzahl für die Berufsausbildung nicht hoch erscheint, kann sie in so manchem Fall ausschlaggebend dafür sein, doch eine Zulassung für das Medizinstudium zu bekommen. Hinzu kommt, dass eure medizinische Ausbildung ggf. auf euer Studium angerechnet werden kann, insofern ihr in diesem ein Pflegepraktikum absolvieren müsst. Beim zuständigen Landesprüfungsamt erfahrt ihr, ob eure absolvierte Ausbildung anerkennungsfähig ist oder nicht. Auch in der Approbationsordnung für Ärzte steht, welche Ausbildungsberufe in Frage kommen und welche Voraussetzungen grundsätzlich erfüllt sein müssen. Zuletzt kann eine Ausbildung auch deshalb von Vorteil sein, da einige Universitäten Auswahlgespräche mit euch führen wollen. Das kann ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein, wenn die gute Abiturnote das Einzige ist, auf das man in solch einem Gespräch verweisen kann. Denn was fehlt, ist die Erfahrung, die man mit einer abgeschlossenen Ausbildung definitiv vorweisen kann. Weitere Informationen zu Ausbildungsberufen im med. Bereich findest du hier:

https://studybees.de/magazin/ausbildung-vor-dem-medizinstudium/

https://www.azubiyo.de/berufe/medizinische-berufe/

Die Landarztquote – oder warum es sich lohnt in Zukunft Landluft zu schnuppern

Schon jetzt gibt es neben den bereits genannten Zugangsmöglichkeiten auch die Möglichkeit über ein Stipendium einen Studienplatz für Medizin zu bekommen, wenn man sich verpflichtet im Anschluss an den Abschluss als Landarzt tätig zu sein.

Auch die sogenannte Landarztquote zielt darauf ab, Bewerbern und Bewerberinnen einen Zugang zum Medizinstudium zu ermöglichen, wenn diese sich verpflichten teilweise mindestens 5, teilweise mindestens 10 Jahre nach ihrem Abschluss als Landarzt in ländlichen Regionen zu praktizieren. So soll dem wachsenden Ärztemangel begegnet werden, der insbesondere auf dem Land weiter zunimmt. Für diejenigen, für die eine Tätigkeit als Landarzt in Frage kommt und eine 5-10 jährige Verpflichtung für die Zeit nach dem Studium nicht abschreckend ist, kann die Landarztquote insofern eine echte Alternative und eine große Chance sein. In Nordrhein-Westphalen wurde die Landarztquote bereits eingeführt. Hier erfahrt ihr in welchen anderen Bundesländern die Landarztquote eingeführt werden soll:

https://www.hartmannbund.de/berufspolitik/informationen/wo-die-landarztquote-kommt/

Im zweiten Teil „Wissenswertes rund ums Medizinstudium“ erfahrt ihr mehr zu den Unterschieden von Modell- und Regelstudiengängen!