Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Teil 2 – Wer die Wahl hat, hat die Qual: Regel- oder Modellstudiengang?

Solltet ihr euch entschieden haben, in Deutschland Medizin studieren zu wollen und die NC Hürde ebenfalls gemeistert oder umgangen haben, stellt sich dennoch eine weitere wichtige Frage. Nämlich die, ob ihr in einem Regelstudiengang oder in einem Modellstudiengang studieren wollt. Es lohnt sich, diese Frage nicht leichtfertig zu beantworten, sondern sich etwas eingehender mit den Unterschieden bezüglich des Studienverlaufs zu beschäftigen.

Regelstudiengänge

Entscheidet ihr euch für ein sog. Regelstudium, bedeutet dies, dass ihr ganz der Tradition entsprechend zunächst 4 vorklinische Semester absolviert (2 Jahre Vorklinik), die ihr mit dem ersten Staatsexamen, dem sog. Physikum , abschließt. Das Physikum setzt sich aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil zusammen, der an zwei Tagen hintereinander absolviert wird. Dabei gibt es insgesamt 600 Prüfungsfragen aus allen vorklinischen Fächern in Form eines Multiple Choice Tests. Für die mündliche Prüfung sind hingegen „nur“ 3 Fächer prüfungsrelevant, nämlich Anatomie, Biochemie und Physiologie.

Nach dem erfolgreich absolvierten Physikum erwartet euch dann der acht semestrige (4 jährige) klinische Teil des Studiums. Insgesamt kommt ihr also auf 6 Studienjahre, was 1:1 der Dauer eines Medizinstudiums im Modellstudiengang entspricht. Die finale Abschlussnote setzt sich zu 1/3 aus der Physikumsnote und zu 2/3 aus der Note des 2. Staatsexamens zusammen.

Modellstudiengänge

Entscheidet ihr euch für eine Universität, die einen Modellstudiengang Medizin anbietet, bedeutet dies, dass es keine Trennung zwischen Vorklinik und Klinik und dementsprechend in den meisten Fällen kein Physikum im klassischen Sinn gibt. Stattdessen werden klinische und vorklinische (naturwissenschaftliche und praktische) Inhalte gleichermaßen von dem ersten Semester an integriert unterrichtet. So werden nach und nach Module zu verschiedenen Oberthemen angeboten, so z.B. zum Thema „Bewegung“. Der Fokus liegt dabei auf anschaulichen Patientenfällen, womit u.a. auch der für das Medizinstudium typischen „Bulimie-Lernerei“ entgegen gewirkt wird. Die physikumsrelevanten Prüfungen werden in Form von fünf Prüfungen in der ersten Studienphase getestet, wobei von Anfang an viel Wert auch auf den praktischen Anteil des Studiums gelegt wird. Physik, Chemie und Biochemie werden dementsprechend aufgesplittet. Anstatt die genannten Fächer wie gehabt als Einzelfächer zu unterrichten, werden diese den jeweiligen Organsystemen zugeordnet und bis zum Studienende geprüft. Es gibt jedoch auch Modellstudiengänge, in denen ganz regulär nach 4 Semestern das Physikum stattfindet. Eine Verallgemeinerung hinsichtlich der Frage, ob das Physikum absolviert werden muss oder nicht, ist deshalb nicht möglich. In den höheren Semestern werden die bereits angesprochenen Inhalte der verschiedenen Module dann wieder aufgegriffen und vertieft.

Für potentielle Ortswechsler und Ortswechslerinnen können die Unterschiede zwischen Regel- und Modellstudiengang dazu führen, dass der vom Landesprüfungsamt ausgestellte Anrechnungsbescheid nicht 1:1 übernommen wird, da es von Seiten der Universität Beanstandungen gibt, wenn z.B. die praktische Erfahrung fehlt, die den Modellstudiengang kennzeichnet.

An welchen Universitäten Regelstudiengänge und an welchen Modellstudiengänge angeboten werden, erfahrt ihr hier:

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Teil 1 – Zugangsmöglichkeiten zum Medizinstudium

Bevor ihr euch für ein Medizinstudium entscheidet, ist es sinnvoll einige Faktoren mit in eure Überlegungen einzubeziehen. Zum Beispiel stellt sich die ganz grundlegende Frage, ob der erreichte Abischnitt ausreicht, um über die Abiturbestenquote einen Studienplatz in Deutschland zu ergattern und wenn dem nicht so ist, welche Alternativen es gibt. An dieser Stelle haben wir ein paar wichtige Infos für euch zusammengestellt.

Medizin studieren in Deutschland und der vermalledeite NC

Entscheidet man sich für ein Medizinstudium in Deutschland, wirken die Zulassungsvorussetzungen wahrscheinlich erst einmal abschreckend. Wer keine Eins vorm Komma hat, kann schon mal über seine /ihre eigene Abiturnote verzweifeln. Denn natürlich ist die Konkurrenz groß und es gibt eben einige Bewerber und Bewerberinnen, die ein außerordentliches Abiturszeugnis vorweisen können.

NRW – Empathie statt Abi

Doch auch ein weniger gutes Abitur stellt nicht zwangsläufig einen ultimativen Hinderungsgrund dar – wer z.B. mit herausragenden sozialen Kompetenzen glänzen kann, sollte es unbedingt wagen sich in NRW zu bewerben. Hier hat man gerade die „Empathie-Tests“ eingeführt, für die man sich bis Ende April bereits bewerben konnte. Anstelle eines Eins-Nuller Abiturs zählt es hier, in einem Parcours aus ca. 10 Stationen zu überzeugen, in denen verschiedenen Situationen nachgestellt werden. Soziale Kompetenz wird hier also nicht theoretisch abgefragt, sondern praktisch getestet. So geht es in den verschiedenen, nachgestellten Situationen z.B. darum souverän mit drängelnden Patienten im überfüllten Wartezimmer umzugehen oder herauszufinden, ob der gelbgesichtige Patient mit Leberschaden ein Alkoholproblem hat ohne ihm dabei ‚auf die Füße zu treten‘. In einer anderen Situation kann es wiederum darum gehen, eine religiöse Person von einer wichtigen Untersuchung zu überzeugen, ohne dabei ihr Schamgefühl zu verletzen. Mehr über dieses neue Zulassungsverfahren erfahrt ihr hier: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/studienzugang-mit-empathie-durchs-medizinstudium

https://www.welt.de/regionales/nrw/article191840309/Jetzt-kommt-man-mit-Sozialkompetenz-zum-Medizinstudium.html

TMS

Wer seine Abiturleistung verbessern und sich auf das erste Hochschulsemester bewerben will, kann auch den sog. Test für medizinische Studiengänge absolvieren, dessen Notenergebnis dann bei einer Bewerbung von mehr als der Hälfte der Universitäten berücksichtigt wird. Diese Tests sind so konzipiert, dass kein explizites medizinisches Wissen abgefragt, sondern die grundsätzlichen, naturwissenschaftlichen Kompetenzen und generelle Fertigkeiten geprüft werden. Das heißt zugleich, dass man sich gut auf den TMS vorbereiten kann, insofern sich die für das Medizinstudium wichtigen Kompetenzen trainieren lassen. Dabei geht es um grundsätzliche Dinge wie Textverständnis unter Zeitdruck mit naturwissenschaftlichem Fokus, sodass sozusagen zwei Dinge zugleich geprüft werden. Auch solche Fähigkeiten, die mit Erfolg im Studium in Verbindung gebracht werden, werden geprüft, wenn man den TMS absolviert. Hierbei wird vor allem die Merk- und Konzentrationsfähigkeit, Sorgfältigkeit des Arbeitsverhaltens und das räumliche Vorstellungsvermögen getestet. Wenn ihr euch einen Überblick über die Aufgaben des TMS verschaffen wollt, könnt ihr folgende Webseite besuchen.

https://www.mediziner-test.de/tms/was-ist-der-tms-bzw-medizinertest

Wartezeit

Wer ohnehin zunächst mal etwas von der Welt sehen oder eine Ausbildung abschließen will, kann auch versuchen über die gesammelten Wartesemester einen Studienplatz für das Medizinstudium zu ergattern. Aktuell liegt die Wartezeit für einen Medizinstudienplatz bei 7,5 Jahren also 15 Semestern, weshalb es sich empfiehlt diese Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Dabei gilt, dass du zu Beginn deiner Wartezeit nicht weißt, wie lange du letztlich warten musst, da dies von dem NC abhängt, der sich bekanntermaßen ständig ändert. Ein möglicher Vorteil von Wartesemestern kann darin bestehen, dass die möglicherweise absolvierte Berufsausbildung ggf. sogar den Zugang zum Medizinstudium erleichtert (siehe nächster Punkt). Ein eventueller Nachteil besteht darin, dass nicht jeder es schafft, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Zudem ist es so, dass Zulassungen über Wartesemester langfristig abgeschafft und von anderen Zulassungsvoraussetzungen abgelöst werden sollen.

Berufsausbildung /Auswahlgespräche

Wie bereits angedeutet, kann es für eine Bewerbung auf einen Medizinsztudienplatz hilfreich sein, wenn du bereits eine medizinische Berufsausbildung abgeschlossen hast. So gibt es einige Universitäten, die Bewerbern und Bewerberinnen die Möglichkeit bieten zusätzlich in einem Auswahlgespräch zu überzeugen, wenn diese durch ihren bisherigen beruflichen Werdegang, sprich eine Ausbildung im medizinischen Umfeld, überzeugen können. In Betracht kommen z.B. Ausbildungen in den Bereichen Altenpflege, Gesundheitspflege, Geburtshilfe, Krankenpflege, Pharmazie, Physiotherapie, Rettungsdienst oder eine Ausbildung zum Arzthelfer/ Arzthelferin. Wer sich dafür entscheidet, seine Wartezeit sinnvoll zu nutzen und sozusagen in Vorbereitung auf das Medizinstudium eine Ausbildung zu machen, kann sich in der Regel auf eine Ausbildungsdauer von 3 Jahren einstellen. Wer sein Abitur gemacht hat, kann die Ausbildungsdauer ggf. auf 2 Jahre verkürzen. Aber wie wirkt sich eine abgeschlossene medizinische Ausbildung auf die Bewerbung für das Medizinstudium aus? Zunächst einmal: positiv. Denn neben den erlernten Soft Skills und dem über die Zeit angeeigneten Wissen, kann es sein, dass eure abgeschlossene Ausbildung euren NC so verbessert, dass die z.B. noch fehlenden 0,2 Punkte ausgeglichen werden können. Eine medizinische Ausbildung kann dein Abitur bis zu 0,5 aufwerten. Auch wenn also die Punktzahl für die Berufsausbildung nicht hoch erscheint, kann sie in so manchem Fall ausschlaggebend dafür sein, doch eine Zulassung für das Medizinstudium zu bekommen. Hinzu kommt, dass eure medizinische Ausbildung ggf. auf euer Studium angerechnet werden kann, insofern ihr in diesem ein Pflegepraktikum absolvieren müsst. Beim zuständigen Landesprüfungsamt erfahrt ihr, ob eure absolvierte Ausbildung anerkennungsfähig ist oder nicht. Auch in der Approbationsordnung für Ärzte steht, welche Ausbildungsberufe in Frage kommen und welche Voraussetzungen grundsätzlich erfüllt sein müssen. Zuletzt kann eine Ausbildung auch deshalb von Vorteil sein, da einige Universitäten Auswahlgespräche mit euch führen wollen. Das kann ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein, wenn die gute Abiturnote das Einzige ist, auf das man in solch einem Gespräch verweisen kann. Denn was fehlt, ist die Erfahrung, die man mit einer abgeschlossenen Ausbildung definitiv vorweisen kann. Weitere Informationen zu Ausbildungsberufen im med. Bereich findest du hier:

https://studybees.de/magazin/ausbildung-vor-dem-medizinstudium/

https://www.azubiyo.de/berufe/medizinische-berufe/

Die Landarztquote – oder warum es sich lohnt in Zukunft Landluft zu schnuppern

Schon jetzt gibt es neben den bereits genannten Zugangsmöglichkeiten auch die Möglichkeit über ein Stipendium einen Studienplatz für Medizin zu bekommen, wenn man sich verpflichtet im Anschluss an den Abschluss als Landarzt tätig zu sein.

Auch die sogenannte Landarztquote zielt darauf ab, Bewerbern und Bewerberinnen einen Zugang zum Medizinstudium zu ermöglichen, wenn diese sich verpflichten teilweise mindestens 5, teilweise mindestens 10 Jahre nach ihrem Abschluss als Landarzt in ländlichen Regionen zu praktizieren. So soll dem wachsenden Ärztemangel begegnet werden, der insbesondere auf dem Land weiter zunimmt. Für diejenigen, für die eine Tätigkeit als Landarzt in Frage kommt und eine 5-10 jährige Verpflichtung für die Zeit nach dem Studium nicht abschreckend ist, kann die Landarztquote insofern eine echte Alternative und eine große Chance sein. In Nordrhein-Westphalen wurde die Landarztquote bereits eingeführt. Hier erfahrt ihr in welchen anderen Bundesländern die Landarztquote eingeführt werden soll:

https://www.hartmannbund.de/berufspolitik/informationen/wo-die-landarztquote-kommt/

Im zweiten Teil „Wissenswertes rund ums Medizinstudium“ erfahrt ihr mehr zu den Unterschieden von Modell- und Regelstudiengängen!

Neue Medizin Studienplätze für Augsburg

Neue Medizin Studienplätze für Augsburg

Schon vergangenes Jahr, um genau zu sein im Juli 2018 genehmigte das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die neuen Medizin Studienplätze an der Universität Augsburg. Schon ab kommendem Wintersemester 2019/20 soll es hier an der Medizinischen Fakultät den Modellstudiengang Humanmedizin geben. Gestartet werden soll mit 84 Studienanfängern und -anfängerinnen und die Hoffnungen in den neuen Studiengang sind groß. Schrittweise soll die Anzahl der Studienplätze auf 252 erhöht werden, sodass es letztendlich 1500 Studierende der Medizin in Augsburg geben wird. Man erwartet hier in Augsburg nicht nur eine Erfüllung der Voraussetzungen, die durch die Ärztliche Approbationsordnung festgelegt sind, darüber hinaus erhofft man sich qualitative Verbesserungen für die medizinische Ausbildung.

Zulassung

Während 20% der Studienplätze an die Abiturbesten gehen, weitere 20% der Studienplätze über Wartesemester vergeben werden, ist es der Universität Augsburg bei der Vergabe der restlichen 60% der Studienplätze (innerhalb des geltenden Rechts) freigestellt, nach welchen Kriterien, sie die Bewerber und Bewerberinnen auswählt. Innerhalb des hochschuleigenen Auswahlverfahrens soll eben nicht nur die Abiturnote eine Rolle spielen. So soll der TMS (Test für Medizinische Studiengänge) bei der Auswahl geeigneter Kandidaten und Kandidatinnen helfen. Dieser speziell für angehende Medizinstudierende entwickelte Test, prüft das Verständnis für naturwissenschaftliche und medizinische Problemstellungen, wobei insbesondere die Fähigkeit geprüft wird, komplexe Informationen zu erfassen und zu interpretieren. Zudem werden Konzentrations- und Merkfähigkeit sowie visuelle Wahrnehmung und räumliches Vorstellungsvermögen getestet. Fachspezifische Kenntnisse werden hingegen nicht geprüft. Es hat sich bereits bewahrheitet, dass Studierende mit mittelmäßiger Abiturnote und gutem TMS Ergebnis ebenfalls gute Studienleistungen erzielen und nur selten das Studium abbrechen. Neben dem TMS sollen auch abgeschlossene medizinnahe Berufsausbildungen sowie Freiwilligendienste Berücksichtigung finden.

Das Studium

Die offenkundigste Besonderheit der neu geschaffenen Studienplätze an der Universität Augsburg besteht darin, dass es sich um einen sog. Modellstudiengang handelt. Dieser weicht insofern vom „gewöhnlichen“ Medizin-Studiengang ab, als dass es keine Unterteilung in Vorklinik und Klinik gibt. Stattdessen werden vorklinische und klinische Inhalte integriert unterrichtet, sodass die Studierenden schon sehr früh Einblicke in die medizinische Praxis erhalten. So soll Wissen nicht entsprechend der klassischen Fächeraufteilung, sondern vernetzt vermittelt werden, weshalb es fächerübergreifende und themenbezogene Module geben wird. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für Symptome zu generieren.

Auch auf den Patienten- und Patientinnenkontakt wird viel Wert gelegt, sodass soziale und kommunikative Kompetenzen sowie die persönliche Entwicklung der Studierenden gezielt gefördert werden. So sollen die Studierenden zunächst konkrete Patientenfälle bearbeiten bevor sie dann mit Hilfe von Schauspielern den Patienten- und Patientinnenkontakt üben und letztlich dann mit tatsächlichen Patienten und Patientinnen konfrontiert werden. Großen Wert legt die Universität Augsburg auch auf das wissenschaftliche und evidenzbasierte Denken und Handeln der angehenden Mediziner und Medizinerinnen.

An der neuen Medizinischen Fakultät werden über 100 Professuren und Lehrstühle eingerichtet. Zudem besteht ein Personalbedarf von mehreren Hundert weiteren Stellen (z.B. Verwaltungspersonal, technisches, aber natürlich auch wissenschaftliches Personal).

Muss ich kein Physikum machen, da es sich um einen Modellstudiengang handelt?

Viele Studierende fragen uns, ob sie ihr Physikum wiederholen müssen, wenn sie eine Zulassung zum höheren Fachsemester an einer Univ. mit Modellstudiengang bekommen und eine pauschale Antwort zu finden, ist gar nicht so leicht. In Augsburg verhält es sich mit dem Physikum wie folgt: Anstelle des Staatsexamens am Ende des zweiten Jahres (Physikum) wird es es moderne und kompetenzorientierte Prüfungsverfahren geben, die über die ersten beiden Studienjahre gleichmäßig verteilt stattfinden. Neben dem üblichen Abfragen von Wissen, soll auch geprüft werden, wie man es als Arzt anwendet. Dabei werden alle Inhalte des ersten Staatsexamens abgefragt.

Diese Abweichung von gängigen Medizin Studiengang mit Vorklinik, Physikum und Klinik, kann für Ortswechsler bedeuten, dass sie trotz Anerkennungsbescheid von den jeweiligen Universitäten niedriger eingestuft werden da entsprechende Prüfungsleistungen oder praktische Kenntnisse fehlen. Wir empfehlen dennoch, sich auch an Univ. mit Modellstudiengängen zu bewerben, insofern auch hier die Chance besteht einen Studienplatz an einer deutschen Universität zu erhalten.

Der neue Campus

Der Campus der Universität Augsburg wird um einen zweiten Campus erweitert und zwar in unmittelbarer Nähe zum Klinikum Augsburg. Hier werden voraussichtlich die meisten Gebäude angesiedelt sein, neben den Forschungs- und Lehrgebäuden soll es auch eine Bibliothek, eine Mensa sowie eine Kindertagesstätte geben. Auch Wohnmöglichkeiten für Studierende, Lokale und Läden sind angedacht. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass der Medizincampus weitgehend autofrei und vor allem Grün sein soll, um Studierenden wie Lehrenden eine angenehme Atmosphäre zu garantieren. Bis die geplanten Gebäude fertiggestellt wurden, soll ein Interimsgebäude in direkter Nähe des Universitätsklinikums sowie Forschungsflächen im SIGMA Park Augsburg genutzt werden.

Hier findet ihr noch mehr Informationen zur neuen Medizin Fakultät in Augsburg: https://www.aerzteblatt.de/archiv/197728/Universitaet-Augsburg-Eine-Medizinfakultaet-entsteht

Unter nachfolgendem Link findet ihr weitere Informationen zum Modellstudiengang Medizin in Augsburg: https://www.uni-augsburg.de/projekte/medizin/Meilensteine-Beitraege/Zulassungssatzung/

Interview in der Frankfurter Allgemeinen: https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/So-laeuft-das-besondere-Medizinstudium-in-Augsburg-id54007356.html

Neue Studienplätze für Medizin in Bielefeld – höhere Fachsemester sind auch willkommen

Neue Studienplätze für Medizin in Bielefeld – höhere Fachsemester sind auch willkommen

In Bielefeld, genauer gesagt in Ostwestfalen-Lippe, soll ab dem Wintersemester 2020/21 eine neue Medizinische Fakultät eingerichtet werden. Das könnte insbesondere deshalb interessant für euch sein, da parallel zum ersten vorklinischen auch die klinischen Semester starten und somit zukünftig ein Ortswechsel nach Bielefeld möglich ist. Neben den sieben bisher bestehenden staatlichen Studienstandorten (Bonn, Köln, Aachen, Münster, Duisburg-Essen, Düsseldorf, Bochum und der privaten Hochschule Witten-Herdecke, soll die neue medizinische Fakultät dazu beitragen dem Ärztemangel zu begegnen. Dem „Bochumer Modell“ entsprechend soll die zusätzliche Ausbildung von Medizinern und Medizinerinnen vor allem den ländlichen Versorgungsmangel schmälern. Dabei sollen insbesondere die Allgemeinmedizin und die Vernetzung mit akademischen Lehrkrankenhäusern und Arztpraxen auf dem Land eine wichtige Rolle spielen.

Die Fakultäts-Philosophie

Informiert man sich über die in Gründung begriffene Fakultät, stößt man schnell auf die Gleichstellungs- und Genderstrategie, die neben der sog. diversity policy an der medizinischen Fakultät Anwendung finden soll. Das heißt im Klartext, dass neben dem quantitativen Frauenanteil auch Lehrinhalte zum Thema Geschlecht vorgesehen sind, so z.B. über spezifische Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen. Auch unter dem Stichwort „Vielfalt“ findet man auf der Universitäts-Webseite schon jetzt einige Grundsätze, die in der entstehenden Medizinischen Fakultät verankert sein sollen: Heterogenität wird hier als Potential verstanden, das kreativen Prozessen in Forschung, Lehre, Arbeit und Studium zu Gute kommt. Die Medizinische Fakultät Bielefeld soll deshalb frei sein von diskriminierenden Strukturen, Handlungen und Vorurteilen. Hingegen sollen alle Mitglieder und Angehörige der Universität in Studium, Wissenschaft und Verwaltung wertgeschätzt und anerkannt werden, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer oder soziokultureller Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung oder (chronischer) Erkrankung, Alter und sexueller Orientierung. Zudem wirbt die Universität damit, familiengerecht zu sein.

Das Konzept

Anstelle eines eigenen Universitätsklinikums will man mit 24 Kliniken, also Fachabteilungen von Krankenhäusern zusammenarbeiten, insbesondere mit den Städtischen Kliniken, den Evangelischen Kliniken Bethel sowie dem Klinikum Lippe möchte man kooperieren. Alleinstellungsmerkmal der Medizinischen Fakultät Bielefeld soll die Schwerpunktsetzung auf chronische Erkrankungen und Behinderungen sein.

Vorgesehen sind bis zu 300 Studienplätze, wobei zunächst 48 Studierende ins erste Semester und 48 Studierende in höhere Semester einsteigen können sollen. Die klinische Ausbildung soll dementsprechend parallel zur vorklinischen Ausbildung starten.

Weitere Informationen zum Thema findet ihr hier: https://www.nw.de/nachrichten/regionale_politik/21826098_Ausweitung-Bislang-hat-keine-der-Hochschulen-in-OWL-eine-medizinische-Fakultaet.-Die-designierte-Landesregierung-will-das-aendern-und-so-die-Z.html

Infos zum Bochumer Modell findet ihr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Bochumer_Modell

Neue Zulassungskriterien für das Medizinstudium

Neue Zulassungskriterien für das Medizinstudium

Seit dem 21.03.2019 ist es offiziell: wie Manuela Schwesig (SPD) mitteilte, haben die Ministerpräsidenten der Bundesländer in Berlin dem neuen Staatsvertrag der Länder zur Hochschulzulassung zugestimmt. Es wird sich zwar nicht alles ändern was die Zulassungsvoraussetzungen zum Medizin Studium betrifft, einige Neuerungen gibt es jedoch, die auch für euch interessant sein könnten.

Der neue Staatsvertrag der Länder zur Hochschulzulassung bezieht sich dabei auf folgende Studiengänge: Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie. Von der Neuregelung, die den Ländern mehr Spielraum bei den Zulassungskriterien geben soll, erhofft man sich auch, dass ein Teil der Studienplätze gezielt an Bewerber und Bewerberinnen vergeben wird, die sich vorab zu einer Tätigkeit als Landarzt/Landärztin nach dem Studium verpflichten. So will man dem Ärztemangel entgegentreten, der insbesondere in ländlichen Regionen zunimmt.

Hintergrund

Zuvor hatte im Jahr 2017 das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass das Zulassungsverfahren zum Medizinstudium teilweise mit dem Grundgesetz unvereinbar ist und folglich eine Neuregelung bis Ende 2019 verlangt. Im Fokus der Beanstandung stand zum einem die aktuell sehr hohe Zahl der Wartesemester, zum anderen, urteilte das Bundesverfassungsgericht, werden Ortspräferenzen zu stark berücksichtigt. Auch der Umstand, dass es den Hochschulen bislang selbst überlassen war, ob sie neben der Abiturnote auch andere Zulassungskriterien, wie einen Eignungstest zuließen, wurde kritisiert. Der hohe Einfluss der Abiturnote bleibt hingegen bestehen, jedoch sollen sog. Landesquoten eingeführt werden, die die unterschiedliche Notenhöhe in den verschiedenen Bundesländern berücksichtigen.

Zukunftsmusik

In Kraft treten sollen die Neuregelungen ab dem Sommersemester 2020, sodass Medizinstudienplätze ab diesem Zeitpunkt nach neuen Kriterien vergeben werden. Der neue Staatsvertrag kommt dabei den Anforderungen des Urteils durch das Bundesverfassungsgericht nach. Wichtig ist hier vor allem die oben angesprochene Vorabquote, die einen Zugang zum Medizinstudium dem-/derjenigen ermöglicht, der/die sich verpflichtet im Anschluss an das Studium als Landarzt/ Landärztin tätig zu sein: bis zu 20% der Studienplätze sollen auf diese Art vergeben werden. Auch beruflich qualifizierten ohne Abitur kann so der Zugang zum Medizinstudium ermöglicht werden. Weitere 30% der Plätze werden nach der Abiturbestenquote vergeben, wohingegen 10% über eine sog. schulnotenunabhängige Eignungsquote den Zugang zum Medizinstudium ermöglicht bekommen sollen. Die Chance auf einen Studienplatz von Langzeitwartenden soll übergangsweise ebenfalls erhalten bleiben. Die restlichen 60% der Studienplätze sollen wie bisher auch über die Auswahlverfahren der Universitäten vergeben werden. Neu ist hierbei, dass die Fakultäten in Zukunft zwei schulnotenunabhängige Kriterien und einen spezifischen Eignungstest berücksichtigen müssen. Die geforderte Vergleichbarkeit der Abiturnote soll durch einen Ausgleichsmechanismus sichergestellt werden, der hinfällig wird, wenn zwischen den Bundesländern eine annähernde Vergleichbarkeit bei der Abiturnote gewährleistet werden kann.

Weitere Informationen findet ihr unter den nachfolgenden links:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101859/Laender-verabschieden-Staatsvertrag-zur-Zulassung-zum-Medizinstudium

https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2019/pressemitteilung.781602.php

Studienplatztausch

Studienplatztausch

Für alle, die trotz Zulassung nicht an ihrer Wunsch-Uni gelandet sind, heißt es ggf. „die Hoffnung stirbt zuletzt“. Denn wer erst einmal in Deutschland einen Studienplatz ergattert hat, kann unter Umständen mit Hilfe diverser Tauschportale im Internet, seinen eigenen Studienplatz gegen einen anderen eintauschen. Ob eure Universität einen solchen Tausch grundsätzlich zulässt, erfragt ihr am Besten noch bevor ihr euch z.B. unter https://www.studienplatztausch.de/ oder unter https://www.uni-pur.de/studienplatztausch/ nach einem geeigneten Tauschpartner/einer geeigneten Tauschpartnerin umseht.

Quelle: iStock.com/nortonrsx
Quelle: iStock.com/nortonrsx

Voraussetzungen für einen Studienplatztausch

Voraussetzung für einen erfolgreichen Studienplatztausch ist zunächst einmal, dass man den Studienplatz regulär, das heißt nicht durch eine Klage, bekommen hat. Ausgeschlossen werden muss auch, dass eine Prüfung final nicht bestanden wurde und das Prüfungsansprüche verloren gehen. Zudem sollte es sich nicht um einen Teilstudienplatz handeln. Des Weiteren muss ein Tauschpartner oder eine Tauschpartnerin gefunden werden, der oder die das gleiche Studienfach studiert, sich im gleichen Fachsemester befindet und vergleichbare Scheine erworben hat. Es wird deshalb empfohlen, den Tausch schon einige Monate im Voraus zu planen, Semesterverlaufspläne zu vergleichen und auf mögliche Tauschpartner und -partnerinnen zuzugehen. Je mehr Übereinstimmungen es zwischen dem eigenen Semesterverlaufsplan und dem des Tauschpartners/der Tauschpartnerin gibt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Tausch klappt.

Hier erfahrt ihr mehr zum Studienplatztausch im Studiengang Medizin: https://www.studis-online.de/Studieren/Studienplatztausch/tipps_medizin.php

Neben dem regulären 1:1 Tausch ist auch ein sogenannter Ringtausch möglich, bei dem, wie der Name schon erahnen lässt, reihum getauscht wird. Es sind dementsprechend also mehr Studierende involviert, was die Sache natürlich etwas komplexer macht. Wenn Du z.B. von Erlangen-Nürnberg nach Rostock möchtest, Paul von Rostock nach Köln und Katharina von Köln nach Erlangen-Nürnberg, dann könnt ihr reihum eure Studienplätze tauschen. Diese Form des Tauschens ist auch mit mehr als 3 Personen zulässig.

Anlaufstellen für Fragen und Formulare

Wichtig ist in jedem Fall, dass ihr euch bei der Studierendenberatung der Wunsch-Uni über mögliche Einwände seitens der Universität informiert. Denn die in der Prüfungsordnung festgelegten Kriterien für einen Studienplatztausch können sich von Uni zu Uni unterscheiden. Wenn ihr euch nicht schon im Internet informiert habt, erfahrt ihr bei der Studienberatung auch, welche notwendigen Formulare und Zeugnisse ihr bei der Wunsch-Uni einreichen müsst und welche Fristen unbedingt einzuhalten sind. Unter den folgenden links findet ihr ein paar Beispiel Universitäten, die nützliche Informationen zum Studienplatztausch geben.

Uni Münster: https://www.uni-muenster.de/studieninteressierte/bewerbung/studienplatztausch.html

Uni Freiburg: http://www.studium.uni-freiburg.de/de/studierendenservices/studienplatztausch-etc/studienplatztausch-etc

Charité:https://www.charite.de/studium_lehre/bewerbung_zulassung/hochschulwechsel_studienplatztausch/

Wenn alle genannten Kriterien erfüllt, die Formulare richtig ausgefüllt und die Fristen eingehalten worden sind, verläuft der Studienplatztausch meist ohne Probleme. Wichtig ist also vor allem: frühzeitig nach geeigneten Tauschpartnern und -partnerinnen suchen und auch wenn man nicht sofort eine Zulassung an der Wunsch-Uni hat: nicht den Kopf in den Sand stecken – vielleicht klappt es ja doch noch und du bist schneller in deiner Traumstadt an der Wunsch-Uni mit den lang vermissten Schulfreunden und -freundinnen und kannst dein Medizinstudium mit neuer Motivation fortsetzen.