Warum sich eine Bewerbung zum Sommersemester lohnt

Warum sich eine Bewerbung zum Sommersemester lohnt

In jedem Semester kannst du dich für ein höheres Fachsemester in Human- oder Zahnmedizin bewerben und damit deine Chancen auf eine Zulassung in Deutschland optimal nutzen. Warum sich eine Bewerbung gerade auch zum Sommersemester lohnt, erfährst du hier.

Warum sollte man sich zum Sommersemester bewerben?

Auch zum Sommersemester gibt es gute Bewerbungsmöglichkeiten auf höhere Fachsemester, was jedoch viele nicht wissen. Die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen ist in der Regel sogar noch geringer, aber die Erfahrung zeigt, dass genauso zum Sommersemester Plätze frei werden, sowohl in vorklinischen als auch klinischen Semestern.

An wie vielen Unis kann man sich denn zum Sommersemester bewerben?

Welche Semester angeboten werden, siehst du hier. Die meisten Universitäten bieten zum Sommersemester insbesondere die geraden Semester an. Für Humanmedizin-Studierende gilt, wer eine Anrechnung über zum Beispiel 1 oder 3 Fachsemester hat, kann sich damit an fast allen Fakultäten bewerben. Doch auch wenn du 2 oder 4 Fachsemester anerkannt bekommen hast, lohnt sich die Bewerbung.

Denn für Bewerbungen auf das erste klinische Semester sieht es insgesamt besser aus, als vielen bekannt ist. Zusätzlich zu den 18 Universitäten, die das 5. Fachsemester anbieten, kann man sich bei fünf weiteren Universitäten auch mit einem Physikumsbescheid auf das 4. Fachsemester bewerben (die übrigen Unis erlauben dies leider nicht). So kommt man dann auf 23 Bewerbungsmöglichkeiten, was immerhin zwei Drittel der Fakultäten ausmacht.

Für Zahnmedizin-Studierende ist die Bewerbung an 13 Universitäten auf alle Semester möglich und zusätzlich bei 14 Universitäten auf alle geraden Fachsemester.

Habt Ihr noch allgemeine Tipps zum Ortswechsel?

Wer einen Ortswechsel anstrebt, sollte mit den Bewerbungen nicht bis zum klinischen Studienabschnitt warten, sondern es schon in den Semestern davor versuchen. In der Regel ist spätestens nach zwei Semestern an einer Uni im EU-Ausland eine Bewerbung in Deutschland zum höheren Fachsemester erstmalig möglich, für Teilstudienplatzinhaber und Teilstudienplatzinhaberinnen ist die Bewerbung bereits nach dem ersten Semester möglich. Bewirbst du dich mehrfach, hast du insgesamt logischerweise die größten Chancen auf einen Studienplatz in Deutschland. Wie wir gesehen haben, ist es dabei sinnvoll, sich bei der Bewerbung gedanklich nicht auf einen Platz in einem bestimmten Fachsemester zu versteifen und auch nicht auf bestimmte Universitäten zu beschränken. 

Hier siehst du noch einmal in Kürze die wichtigsten Informationen zur Bewerbung auf das Sommersemester 2020.

Neue Zulassungskriterien für medizinische Studiengänge ab 2020

Neue Zulassungskriterien für medizinische Studiengänge ab 2020

Ab dem Frühjahr 2020, das heißt, schon für das kommende Sommersemester sollen die neuen Zulassungskriterien für Bewerber und Bewerberinnen für das erste Fachsemester in medizinischen Studiengängen greifen. Die beschlossenen Veränderungen im Zulassungsverfahren resultieren aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts Ende 2017, welches das Zulassungsverfahren zur Humanmedizin teilweise für verfassungswidrig erklärt hatte und eine Änderung desselben bis Ende 2019 forderte. Während sich das Urteil explizit nur auf die Humanmedizin bezog, hat man beschlossen die Zulassungskriterien für alle medizinischen Studiengänge sowie für Pharmazie zu ändern.

Wie die Zulassung zum ersten Semester bisher geregelt ist

Bisher wurden 20% der Studienplätze in medizinischen Fächern nach der Abiturnote vergeben, was durch den enorm hohen Andrang in der Humanmedizin dazu führt, dass meist nur Bewerber mit einem Abitur im vorderen Einserbereich eine Chance auf einen Studienplatz haben. Weitere 20% der Plätze wurden nach der Wartezeit vergeben, wobei die Wartezeit zuletzt bei bis zu 15 Semestern lag. Schon jetzt war es so, dass ca. 60% der Plätze über individuelle Auswahlverfahren der Universitäten vergeben wurden, wobei hauptsächlich Mediziniertests wie der TMS (Test für medizinische Studiengänge) herangezogen wurden.

Was sich im Einzelnen ändern wird

Schon für alle, die sich zum Sommersemester 2020 bewerben wollen, gelten die neuen Zulassungskriterien, die darauf abzielen sollen, die persönliche Eignung der Bewerber und Bewerberinnen für medizinische Tätigkeiten stärker in den Vordergrund zu rücken. Nichtsdestotrotz werden nunmehr nicht nur 20, sondern sogar 30% der Plätze über die Abiturnote vergeben. Dahingegen wird die sog. Wartezeitquote abgeschafft, wobei noch verhandelt wird, ob es für die aktuell Wartenden eine Übergangslösung geben wird. Während einerseits argumentiert wird, dass Wartezeit alleine nicht für ein Medizinstudium qualifiziert, wohingegen die sinnvoll für eine medizinische Berufsausbildung genutzte Zeit auch im neuen Zulassungsverfahren Berücksichtigung finden würde, argumentiert man andererseits, dass das Vertrauen der Studienanwärter und -anwärterinnen erschüttert würde, insofern man als Wartender oder Wartende in einer Warteschlange davon ausgeht irgendwann dran zu kommen. Ist dies dann plötzlich nicht der Fall, kann wiederum mit Klagen gerechnet werden.

60% der medizinischen Studienplätze sollen zukünftig anhand von Kriterien vergeben werden, welche die Universitäten zum Teil selbst bestimmen können, wobei neben der Abiturnote mindestens zwei weitere Kriterien Berücksichtigung finden müssen, die schulnotenunabhängig, zugleich aber von hoher Gewichtung sind. Eines der beiden Kriterien wird für alle Universitäten vorgegeben werden, wobei es sich wahrscheinlich um einen spezifischen Medizinertest handeln wird. Unklar ist bislang noch, ob man den TMS oder eher den HAM-Nat heranziehen wird. Als weiteres Kriterium kämen dann z.B. noch Auswahlgespräche, aber auch berufliche Vorerfahrungen in Frage. Unterscheiden können sich die Zulassungskriterien der verschiedenen Universitäten, insofern diese bis zu 15% ihrer Plätze nach eigenen Kriterien vergeben können, was von der sog. Unterquote geregelt wird.

Da die neuen Zulassungsregelungen nach wie vor den enormen Bedarf an Nachwuchs-Medizinern und -Medizinerinnen bei weitem nicht decken wird, sind auch gewisse Stipendien und Quotenregelungen im Gespräch. Hier ist es insbesondere die Landarztquote, die denjenigen einen Zugang zum Studium ermöglichen soll, die sich schon vor Studienbeginn verpflichten nach ihrem Abschluss 5 bis 10 Jahre als Landarzt tätig zu sein. In diesem Fall soll die Abiturnote dann keine Rolle mehr spielen, sodass die Landarztquote besonders für Bewerber und Bewerberinnen interessant ist, die zwar nicht das beste Abitur mitbringen, jedoch nicht davor zurückschrecken, sich schon früh fachlich festzulegen und an eine Region zu binden.

Kritische Stimmen zur Neuregelung

Kritisiert wird vor allem die Ausweitung der Abiturbestenquote auf 30 anstelle vormals 20%. Während einige in der Abiturdurchschnittsnote meinen, die kognitiven sowie naturwissenschaftlichen Fähigkeiten ablesen zu können, kritisieren andere, dass allein der Numerus Clausus kein Indiz für die berufliche Eignung als Mediziner oder Medizinerin darstellt und stattdessen berufliche Vorerfahrungen stärker Berücksichtigung finden sollten.

Unter dem nachfolgenden Link erfahrt ihr mehr zu den neuen Zulassungskriterien, die ab 2020 für medizinische Studiengänge gelten.

https://www.zeit.de/campus/studienfuehrer/2019/medizinstudium-bewerbungsverfahren-veraenderung-nc-zeq-fairness

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Teil 3 – Medizin studieren im Ausland – Goodbye Deutschland oder die Frage wo die ‚Reise‘ hingehen soll

Wenn du unbedingt dein Medizinstudium aufnehmen und keine Zeit verstreichen lassen willst, dein NC aber nicht im Eins-Komma Bereich ist, dann besteht auch die Möglichkeit im Ausland dein Studium zu absolvieren oder zumindest dort zu beginnen. Wenn du schon jetzt weißt, dass du nicht das gesamte Medizinstudium im Ausland absolvieren willst, empfiehlt es sich unbedingt, dass du dich auf einen Studienplatz innerhalb der EU bewirbst. Denn nur, wer sich aus einem EU-Land kommend zum höheren Fachsemester auf einen Studienplatz in Deutschland bewirbt, gilt als sog. „Ortswechsler“ bzw. „Ortswechslerin“. Andernfalls gilt man als Quereinsteiger und hat an ca. 2/3 aller Universitäten keine Chancen auf einen Platz, insofern zunächst alle freien Studienplätze an die Ortswechsler gehen, bevor Quereinsteiger überhaupt berücksichtigt würden. Da es aber jedes Semester weitaus mehr Ortswechsler als freie Plätze gibt, finden Quereinsteiger in der Regel gar keine Berücksichtigung. Etwas anders verhält es sich an dem einen Drittel der Universitäten, das lost, nämliche den bayerischen Universitäten. Diese unterscheiden nicht zwischen Ortswechslern und Quereinsteigern, sodass sich diese beiden Bewerbertypen beide im selben Lostopf befinden und man als Quereinsteiger zumindest keinen Nachteil gegenüber den Ortswechslern hat. Mehr zu einem möglichen Studium in Österreich, erfährst du unter dem nachfolgenden link: https://www.bewerbungsrenner.de/medizin-studieren-in-oesterreich/

Natürlich kommen neben Österreich noch andere Länder in Frage, sehr beliebt ist z.B. das Medizinstudium an der Semelweis Universität in Budapest, wobei man sich vor einer eventuellen Bewerbung unbedingt über die teilweise sehr hohen Studiengebühren informieren sollte. Auch wichtig ist die Frage nach dem Verlauf des Studiums, da z.B. an einigen ungarischen Universitäten nur die ersten 4 vorklinischen Semester angeboten werden. Anschließend muss man sich, sofern man sich des Ungarischen noch nicht ermächtigen konnte, also um einen Wechsel bemühen. In Frage kommen dann also Bewerbungen zurück an eine deutsche Universität oder aber das Fortsetzen des Studiums in Ungarn oder einem anderen Land, welches auch die klinischen Semester in deutscher oder englischer Sprache anbietet.

Wie kann ich zum höheren Fachsemester nach Deutschland zurück wechseln?

Wenn ihr euch entschieden habt ohne Zeitverlust euer Medizinstudium im EU-Ausland aufzunehmen und ihr dann zum höheren Fachsemester zurück nach Deutschland wechseln wollt, könnt ihr die womöglich bis zu über 30 Bewerbungen auch von uns machen lassen. Wenn ihr noch unsicher seid, ob ihr unser Angebot wahrnehmen möchtet, könnt ihr euch auf unserer Webseite dazu belesen oder aber auch über unsere Webseite ein kostenloses Beratungsgespräch mit uns vereinbaren. Gerne rufen wir euch dann an und klären alle offenen Fragen. Aber auch per Email sind wir jederzeit erreichbar und melden uns so schnell wie möglich zurück. Unsere eigentliche Dienstleistung besteht dann, nachdem ihr uns beauftragt habt darin, eure Bewerbungen frist- und formgerecht zusammenzustellen und direkt an die Universitäten weiterzuleiten. Natürlich informieren wir euch, wenn dann zu einem späteren Zeitpunkt die Bescheide der Universitäten bei uns eintreffen. Das heißt, wir nehmen euch gerne den bürokratischen Aufwand ab und tragen Sorge dafür, dass die bestmöglichen Bewerbungsvoraussetzungen geschaffen sind, sodass ihr euch auf eure noch ausstehenden Prüfungen konzentrieren könnt. Eine Garantie für eine Studienplatzzusage können wir hingegen nicht geben, da wir keine Vermittlungsagentur sind, sondern lediglich die Bewerbungen an den deutschen Universitäten für euch übernehmen. Welche Unterlagen wir von euch benötigen, erfahrt ihr spätestens bei der Anmeldung. Vorab könnt ihr euch hierzu aber auch auf unserer Webseite unter der Rubrik „Fragen“ belesen oder uns ganz konkret zu einzelnen Dokumenten befragen. Zögert also nicht euch zu unserer Dienstleistung zu informieren und uns Löcher in den Bauch zu fragen. Wir haben nicht immer sofort die passende Antwort parat, sind aber sehr bemüht auf eure individuellen Studiensituationen einzugehen und euch bestmöglich zu beraten und zu bewerben.

Hier der Link zur Rubrik „Fragen“ auf unserer Webseite https://www.bewerbungsrenner.de/fragen/

Und hier der Link zur Vereinbarung eines kostenlosen Beratungstermins: https://2019b.bewerbungsrenner.de/termin/prereg-adhoc

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Teil 2 – Wer die Wahl hat, hat die Qual: Regel- oder Modellstudiengang?

Solltet ihr euch entschieden haben, in Deutschland Medizin studieren zu wollen und die NC Hürde ebenfalls gemeistert oder umgangen haben, stellt sich dennoch eine weitere wichtige Frage. Nämlich die, ob ihr in einem Regelstudiengang oder in einem Modellstudiengang studieren wollt. Es lohnt sich, diese Frage nicht leichtfertig zu beantworten, sondern sich etwas eingehender mit den Unterschieden bezüglich des Studienverlaufs zu beschäftigen.

Regelstudiengänge

Entscheidet ihr euch für ein sog. Regelstudium, bedeutet dies, dass ihr ganz der Tradition entsprechend zunächst 4 vorklinische Semester absolviert (2 Jahre Vorklinik), die ihr mit dem ersten Staatsexamen, dem sog. Physikum , abschließt. Das Physikum setzt sich aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil zusammen, der an zwei Tagen hintereinander absolviert wird. Dabei gibt es insgesamt 600 Prüfungsfragen aus allen vorklinischen Fächern in Form eines Multiple Choice Tests. Für die mündliche Prüfung sind hingegen „nur“ 3 Fächer prüfungsrelevant, nämlich Anatomie, Biochemie und Physiologie.

Nach dem erfolgreich absolvierten Physikum erwartet euch dann der acht semestrige (4 jährige) klinische Teil des Studiums. Insgesamt kommt ihr also auf 6 Studienjahre, was 1:1 der Dauer eines Medizinstudiums im Modellstudiengang entspricht. Die finale Abschlussnote setzt sich zu 1/3 aus der Physikumsnote und zu 2/3 aus der Note des 2. Staatsexamens zusammen.

Modellstudiengänge

Entscheidet ihr euch für eine Universität, die einen Modellstudiengang Medizin anbietet, bedeutet dies, dass es keine Trennung zwischen Vorklinik und Klinik und dementsprechend in den meisten Fällen kein Physikum im klassischen Sinn gibt. Stattdessen werden klinische und vorklinische (naturwissenschaftliche und praktische) Inhalte gleichermaßen von dem ersten Semester an integriert unterrichtet. So werden nach und nach Module zu verschiedenen Oberthemen angeboten, so z.B. zum Thema „Bewegung“. Der Fokus liegt dabei auf anschaulichen Patientenfällen, womit u.a. auch der für das Medizinstudium typischen „Bulimie-Lernerei“ entgegen gewirkt wird. Die physikumsrelevanten Prüfungen werden in Form von fünf Prüfungen in der ersten Studienphase getestet, wobei von Anfang an viel Wert auch auf den praktischen Anteil des Studiums gelegt wird. Physik, Chemie und Biochemie werden dementsprechend aufgesplittet. Anstatt die genannten Fächer wie gehabt als Einzelfächer zu unterrichten, werden diese den jeweiligen Organsystemen zugeordnet und bis zum Studienende geprüft. Es gibt jedoch auch Modellstudiengänge, in denen ganz regulär nach 4 Semestern das Physikum stattfindet. Eine Verallgemeinerung hinsichtlich der Frage, ob das Physikum absolviert werden muss oder nicht, ist deshalb nicht möglich. In den höheren Semestern werden die bereits angesprochenen Inhalte der verschiedenen Module dann wieder aufgegriffen und vertieft.

Für potentielle Ortswechsler und Ortswechslerinnen können die Unterschiede zwischen Regel- und Modellstudiengang dazu führen, dass der vom Landesprüfungsamt ausgestellte Anrechnungsbescheid nicht 1:1 übernommen wird, da es von Seiten der Universität Beanstandungen gibt, wenn z.B. die praktische Erfahrung fehlt, die den Modellstudiengang kennzeichnet.

An welchen Universitäten Regelstudiengänge und an welchen Modellstudiengänge angeboten werden, erfahrt ihr hier:

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Wissenswertes rund ums Medizinstudium

Teil 1 – Zugangsmöglichkeiten zum Medizinstudium

Bevor ihr euch für ein Medizinstudium entscheidet, ist es sinnvoll einige Faktoren mit in eure Überlegungen einzubeziehen. Zum Beispiel stellt sich die ganz grundlegende Frage, ob der erreichte Abischnitt ausreicht, um über die Abiturbestenquote einen Studienplatz in Deutschland zu ergattern und wenn dem nicht so ist, welche Alternativen es gibt. An dieser Stelle haben wir ein paar wichtige Infos für euch zusammengestellt.

Medizin studieren in Deutschland und der vermalledeite NC

Entscheidet man sich für ein Medizinstudium in Deutschland, wirken die Zulassungsvorussetzungen wahrscheinlich erst einmal abschreckend. Wer keine Eins vorm Komma hat, kann schon mal über seine /ihre eigene Abiturnote verzweifeln. Denn natürlich ist die Konkurrenz groß und es gibt eben einige Bewerber und Bewerberinnen, die ein außerordentliches Abiturszeugnis vorweisen können.

NRW – Empathie statt Abi

Doch auch ein weniger gutes Abitur stellt nicht zwangsläufig einen ultimativen Hinderungsgrund dar – wer z.B. mit herausragenden sozialen Kompetenzen glänzen kann, sollte es unbedingt wagen sich in NRW zu bewerben. Hier hat man gerade die „Empathie-Tests“ eingeführt, für die man sich bis Ende April bereits bewerben konnte. Anstelle eines Eins-Nuller Abiturs zählt es hier, in einem Parcours aus ca. 10 Stationen zu überzeugen, in denen verschiedenen Situationen nachgestellt werden. Soziale Kompetenz wird hier also nicht theoretisch abgefragt, sondern praktisch getestet. So geht es in den verschiedenen, nachgestellten Situationen z.B. darum souverän mit drängelnden Patienten im überfüllten Wartezimmer umzugehen oder herauszufinden, ob der gelbgesichtige Patient mit Leberschaden ein Alkoholproblem hat ohne ihm dabei ‚auf die Füße zu treten‘. In einer anderen Situation kann es wiederum darum gehen, eine religiöse Person von einer wichtigen Untersuchung zu überzeugen, ohne dabei ihr Schamgefühl zu verletzen. Mehr über dieses neue Zulassungsverfahren erfahrt ihr hier: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/studienzugang-mit-empathie-durchs-medizinstudium

https://www.welt.de/regionales/nrw/article191840309/Jetzt-kommt-man-mit-Sozialkompetenz-zum-Medizinstudium.html

TMS

Wer seine Abiturleistung verbessern und sich auf das erste Hochschulsemester bewerben will, kann auch den sog. Test für medizinische Studiengänge absolvieren, dessen Notenergebnis dann bei einer Bewerbung von mehr als der Hälfte der Universitäten berücksichtigt wird. Diese Tests sind so konzipiert, dass kein explizites medizinisches Wissen abgefragt, sondern die grundsätzlichen, naturwissenschaftlichen Kompetenzen und generelle Fertigkeiten geprüft werden. Das heißt zugleich, dass man sich gut auf den TMS vorbereiten kann, insofern sich die für das Medizinstudium wichtigen Kompetenzen trainieren lassen. Dabei geht es um grundsätzliche Dinge wie Textverständnis unter Zeitdruck mit naturwissenschaftlichem Fokus, sodass sozusagen zwei Dinge zugleich geprüft werden. Auch solche Fähigkeiten, die mit Erfolg im Studium in Verbindung gebracht werden, werden geprüft, wenn man den TMS absolviert. Hierbei wird vor allem die Merk- und Konzentrationsfähigkeit, Sorgfältigkeit des Arbeitsverhaltens und das räumliche Vorstellungsvermögen getestet. Wenn ihr euch einen Überblick über die Aufgaben des TMS verschaffen wollt, könnt ihr folgende Webseite besuchen.

https://www.mediziner-test.de/tms/was-ist-der-tms-bzw-medizinertest

Wartezeit

Wer ohnehin zunächst mal etwas von der Welt sehen oder eine Ausbildung abschließen will, kann auch versuchen über die gesammelten Wartesemester einen Studienplatz für das Medizinstudium zu ergattern. Aktuell liegt die Wartezeit für einen Medizinstudienplatz bei 7,5 Jahren also 15 Semestern, weshalb es sich empfiehlt diese Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Dabei gilt, dass du zu Beginn deiner Wartezeit nicht weißt, wie lange du letztlich warten musst, da dies von dem NC abhängt, der sich bekanntermaßen ständig ändert. Ein möglicher Vorteil von Wartesemestern kann darin bestehen, dass die möglicherweise absolvierte Berufsausbildung ggf. sogar den Zugang zum Medizinstudium erleichtert (siehe nächster Punkt). Ein eventueller Nachteil besteht darin, dass nicht jeder es schafft, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Zudem ist es so, dass Zulassungen über Wartesemester langfristig abgeschafft und von anderen Zulassungsvoraussetzungen abgelöst werden sollen.

Berufsausbildung /Auswahlgespräche

Wie bereits angedeutet, kann es für eine Bewerbung auf einen Medizinsztudienplatz hilfreich sein, wenn du bereits eine medizinische Berufsausbildung abgeschlossen hast. So gibt es einige Universitäten, die Bewerbern und Bewerberinnen die Möglichkeit bieten zusätzlich in einem Auswahlgespräch zu überzeugen, wenn diese durch ihren bisherigen beruflichen Werdegang, sprich eine Ausbildung im medizinischen Umfeld, überzeugen können. In Betracht kommen z.B. Ausbildungen in den Bereichen Altenpflege, Gesundheitspflege, Geburtshilfe, Krankenpflege, Pharmazie, Physiotherapie, Rettungsdienst oder eine Ausbildung zum Arzthelfer/ Arzthelferin. Wer sich dafür entscheidet, seine Wartezeit sinnvoll zu nutzen und sozusagen in Vorbereitung auf das Medizinstudium eine Ausbildung zu machen, kann sich in der Regel auf eine Ausbildungsdauer von 3 Jahren einstellen. Wer sein Abitur gemacht hat, kann die Ausbildungsdauer ggf. auf 2 Jahre verkürzen. Aber wie wirkt sich eine abgeschlossene medizinische Ausbildung auf die Bewerbung für das Medizinstudium aus? Zunächst einmal: positiv. Denn neben den erlernten Soft Skills und dem über die Zeit angeeigneten Wissen, kann es sein, dass eure abgeschlossene Ausbildung euren NC so verbessert, dass die z.B. noch fehlenden 0,2 Punkte ausgeglichen werden können. Eine medizinische Ausbildung kann dein Abitur bis zu 0,5 aufwerten. Auch wenn also die Punktzahl für die Berufsausbildung nicht hoch erscheint, kann sie in so manchem Fall ausschlaggebend dafür sein, doch eine Zulassung für das Medizinstudium zu bekommen. Hinzu kommt, dass eure medizinische Ausbildung ggf. auf euer Studium angerechnet werden kann, insofern ihr in diesem ein Pflegepraktikum absolvieren müsst. Beim zuständigen Landesprüfungsamt erfahrt ihr, ob eure absolvierte Ausbildung anerkennungsfähig ist oder nicht. Auch in der Approbationsordnung für Ärzte steht, welche Ausbildungsberufe in Frage kommen und welche Voraussetzungen grundsätzlich erfüllt sein müssen. Zuletzt kann eine Ausbildung auch deshalb von Vorteil sein, da einige Universitäten Auswahlgespräche mit euch führen wollen. Das kann ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein, wenn die gute Abiturnote das Einzige ist, auf das man in solch einem Gespräch verweisen kann. Denn was fehlt, ist die Erfahrung, die man mit einer abgeschlossenen Ausbildung definitiv vorweisen kann. Weitere Informationen zu Ausbildungsberufen im med. Bereich findest du hier:

https://studybees.de/magazin/ausbildung-vor-dem-medizinstudium/

https://www.azubiyo.de/berufe/medizinische-berufe/

Die Landarztquote – oder warum es sich lohnt in Zukunft Landluft zu schnuppern

Schon jetzt gibt es neben den bereits genannten Zugangsmöglichkeiten auch die Möglichkeit über ein Stipendium einen Studienplatz für Medizin zu bekommen, wenn man sich verpflichtet im Anschluss an den Abschluss als Landarzt tätig zu sein.

Auch die sogenannte Landarztquote zielt darauf ab, Bewerbern und Bewerberinnen einen Zugang zum Medizinstudium zu ermöglichen, wenn diese sich verpflichten teilweise mindestens 5, teilweise mindestens 10 Jahre nach ihrem Abschluss als Landarzt in ländlichen Regionen zu praktizieren. So soll dem wachsenden Ärztemangel begegnet werden, der insbesondere auf dem Land weiter zunimmt. Für diejenigen, für die eine Tätigkeit als Landarzt in Frage kommt und eine 5-10 jährige Verpflichtung für die Zeit nach dem Studium nicht abschreckend ist, kann die Landarztquote insofern eine echte Alternative und eine große Chance sein. In Nordrhein-Westphalen wurde die Landarztquote bereits eingeführt. Hier erfahrt ihr in welchen anderen Bundesländern die Landarztquote eingeführt werden soll:

https://www.hartmannbund.de/berufspolitik/informationen/wo-die-landarztquote-kommt/

Im zweiten Teil „Wissenswertes rund ums Medizinstudium“ erfahrt ihr mehr zu den Unterschieden von Modell- und Regelstudiengängen!

Neue Medizin Studienplätze für Augsburg

Neue Medizin Studienplätze für Augsburg

Schon vergangenes Jahr, um genau zu sein im Juli 2018 genehmigte das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die neuen Medizin Studienplätze an der Universität Augsburg. Schon ab kommendem Wintersemester 2019/20 soll es hier an der Medizinischen Fakultät den Modellstudiengang Humanmedizin geben. Gestartet werden soll mit 84 Studienanfängern und -anfängerinnen und die Hoffnungen in den neuen Studiengang sind groß. Schrittweise soll die Anzahl der Studienplätze auf 252 erhöht werden, sodass es letztendlich 1500 Studierende der Medizin in Augsburg geben wird. Man erwartet hier in Augsburg nicht nur eine Erfüllung der Voraussetzungen, die durch die Ärztliche Approbationsordnung festgelegt sind, darüber hinaus erhofft man sich qualitative Verbesserungen für die medizinische Ausbildung.

Zulassung

Während 20% der Studienplätze an die Abiturbesten gehen, weitere 20% der Studienplätze über Wartesemester vergeben werden, ist es der Universität Augsburg bei der Vergabe der restlichen 60% der Studienplätze (innerhalb des geltenden Rechts) freigestellt, nach welchen Kriterien, sie die Bewerber und Bewerberinnen auswählt. Innerhalb des hochschuleigenen Auswahlverfahrens soll eben nicht nur die Abiturnote eine Rolle spielen. So soll der TMS (Test für Medizinische Studiengänge) bei der Auswahl geeigneter Kandidaten und Kandidatinnen helfen. Dieser speziell für angehende Medizinstudierende entwickelte Test, prüft das Verständnis für naturwissenschaftliche und medizinische Problemstellungen, wobei insbesondere die Fähigkeit geprüft wird, komplexe Informationen zu erfassen und zu interpretieren. Zudem werden Konzentrations- und Merkfähigkeit sowie visuelle Wahrnehmung und räumliches Vorstellungsvermögen getestet. Fachspezifische Kenntnisse werden hingegen nicht geprüft. Es hat sich bereits bewahrheitet, dass Studierende mit mittelmäßiger Abiturnote und gutem TMS Ergebnis ebenfalls gute Studienleistungen erzielen und nur selten das Studium abbrechen. Neben dem TMS sollen auch abgeschlossene medizinnahe Berufsausbildungen sowie Freiwilligendienste Berücksichtigung finden.

Das Studium

Die offenkundigste Besonderheit der neu geschaffenen Studienplätze an der Universität Augsburg besteht darin, dass es sich um einen sog. Modellstudiengang handelt. Dieser weicht insofern vom „gewöhnlichen“ Medizin-Studiengang ab, als dass es keine Unterteilung in Vorklinik und Klinik gibt. Stattdessen werden vorklinische und klinische Inhalte integriert unterrichtet, sodass die Studierenden schon sehr früh Einblicke in die medizinische Praxis erhalten. So soll Wissen nicht entsprechend der klassischen Fächeraufteilung, sondern vernetzt vermittelt werden, weshalb es fächerübergreifende und themenbezogene Module geben wird. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für Symptome zu generieren.

Auch auf den Patienten- und Patientinnenkontakt wird viel Wert gelegt, sodass soziale und kommunikative Kompetenzen sowie die persönliche Entwicklung der Studierenden gezielt gefördert werden. So sollen die Studierenden zunächst konkrete Patientenfälle bearbeiten bevor sie dann mit Hilfe von Schauspielern den Patienten- und Patientinnenkontakt üben und letztlich dann mit tatsächlichen Patienten und Patientinnen konfrontiert werden. Großen Wert legt die Universität Augsburg auch auf das wissenschaftliche und evidenzbasierte Denken und Handeln der angehenden Mediziner und Medizinerinnen.

An der neuen Medizinischen Fakultät werden über 100 Professuren und Lehrstühle eingerichtet. Zudem besteht ein Personalbedarf von mehreren Hundert weiteren Stellen (z.B. Verwaltungspersonal, technisches, aber natürlich auch wissenschaftliches Personal).

Muss ich kein Physikum machen, da es sich um einen Modellstudiengang handelt?

Viele Studierende fragen uns, ob sie ihr Physikum wiederholen müssen, wenn sie eine Zulassung zum höheren Fachsemester an einer Univ. mit Modellstudiengang bekommen und eine pauschale Antwort zu finden, ist gar nicht so leicht. In Augsburg verhält es sich mit dem Physikum wie folgt: Anstelle des Staatsexamens am Ende des zweiten Jahres (Physikum) wird es es moderne und kompetenzorientierte Prüfungsverfahren geben, die über die ersten beiden Studienjahre gleichmäßig verteilt stattfinden. Neben dem üblichen Abfragen von Wissen, soll auch geprüft werden, wie man es als Arzt anwendet. Dabei werden alle Inhalte des ersten Staatsexamens abgefragt.

Diese Abweichung von gängigen Medizin Studiengang mit Vorklinik, Physikum und Klinik, kann für Ortswechsler bedeuten, dass sie trotz Anerkennungsbescheid von den jeweiligen Universitäten niedriger eingestuft werden da entsprechende Prüfungsleistungen oder praktische Kenntnisse fehlen. Wir empfehlen dennoch, sich auch an Univ. mit Modellstudiengängen zu bewerben, insofern auch hier die Chance besteht einen Studienplatz an einer deutschen Universität zu erhalten.

Der neue Campus

Der Campus der Universität Augsburg wird um einen zweiten Campus erweitert und zwar in unmittelbarer Nähe zum Klinikum Augsburg. Hier werden voraussichtlich die meisten Gebäude angesiedelt sein, neben den Forschungs- und Lehrgebäuden soll es auch eine Bibliothek, eine Mensa sowie eine Kindertagesstätte geben. Auch Wohnmöglichkeiten für Studierende, Lokale und Läden sind angedacht. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass der Medizincampus weitgehend autofrei und vor allem Grün sein soll, um Studierenden wie Lehrenden eine angenehme Atmosphäre zu garantieren. Bis die geplanten Gebäude fertiggestellt wurden, soll ein Interimsgebäude in direkter Nähe des Universitätsklinikums sowie Forschungsflächen im SIGMA Park Augsburg genutzt werden.

Hier findet ihr noch mehr Informationen zur neuen Medizin Fakultät in Augsburg: https://www.aerzteblatt.de/archiv/197728/Universitaet-Augsburg-Eine-Medizinfakultaet-entsteht

Unter nachfolgendem Link findet ihr weitere Informationen zum Modellstudiengang Medizin in Augsburg: https://www.uni-augsburg.de/projekte/medizin/Meilensteine-Beitraege/Zulassungssatzung/

Interview in der Frankfurter Allgemeinen: https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/So-laeuft-das-besondere-Medizinstudium-in-Augsburg-id54007356.html